CIRCULAR -
IM KREISLAUF

in Kreisläufen denken - ein ZukunftsmodelL?

Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen auf unserem Planeten, die Produkte produzieren und somit auch Abfall. Zusätzlich sind die meisten dieser Produkte hochgradig schädlich für den gesamten Planeten und dessen Lebewesen und Pflanzen! Allein diese Tatsache, sollte uns unverzüglich zum Handeln animieren. Doch leider geht dieser Prozess der Wandlung nur schleppend voran und nachhaltige, gesunde Produkte sind derzeit noch die Ausnahmen.

Aber welche Möglichkeiten haben wir Menschen außer dem Verzicht, dem Vermeiden von solchen Produkten? Wie könnte die Zukunft aussehen ohne das derzeitige Konzept von TAKE – MAKE – USE – WASTE? 

TAKE - MAKE - USE - Waste

Um die Notwendigkeit zu verdeutlichen, sollten wir einen Blick auf die derzeitige Situation werfen. Die meisten Produkte und somit auch Materialien landen heutzutage über kurz oder lang im Müll, also auf Deponien oder in der Müllverbrennungsanlage. Unser gesamter Abfall durchläuft einen „Linearen Weg“, der auch gerne mit den Begriffen Take – Make – Use – Waste beschrieben wird.

TAke

Für die Herstellung unserer alltäglichen Produkte und Konsumgüter werden weltweit Rohstoffe abgebaut. Sie sind unverzichtbar für unsere Gesellschaft und ihre Bedeutung nimmt stetig zu. Kommunikation – Nahrung – Unterkunft – Transport; überall werden Ressourcen benötigt. Aufgrund der wachsenden Bevölkerung und der wirtschaftlichen Entwicklung steigt die Nachfrage. Bislang konnte das Angebot den Bedarf an Materialien größtenteils decken. Doch in Zukunft gilt es zahlreiche Herausforderungen im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Ressourcen zu bewältigen.

Viele unserer Rohstoffe sind endlich, das bedeutet, dass sie eines Tages nicht mehr natürlich vorkommen werden. Außerdem ist schon heute der Aufwand, an diese Materialien zu gelangen, sehr viel höher als noch vor einigen Jahren und Jahrzehnten. Der für die Gewinnung erforderliche Energieaufwand ist immens und wird in Zukunft noch steigen und somit auch mit sehr viel höheren Kosten verbunden sein.

Durch neue Technologien und wissenschaftliche Erkenntnisse wird der Mensch in Zukunft weiterhin neue Abbaugebiete erschließen. Mithilfe neu entwickelter Fördermaßnahmen wird es ihm gelingen, auch an die letzten Rohstoffreserven auf unserem Planeten zu gelangen, bis er den letzten Rest in Händen hält. Leider geschieht dies in den meisten Fällen ohne Rücksicht auf die Menschen und die Umwelt vorort. So nimmt zum einen die Natur erhebliche und irreversible Schäden, zum anderen wird die Gewinnung in vielen Ländern unter unfairen und unsozialen Arbeitsbedingungen durchgeführt.

MAKE

Die anschließende Herstellung unserer Konsumgüter kann schon für ein einzelnes Produkt allein, globale Ausmaße annehmen. Die benötigten Rohstoffe werden oft rund um den Globus von einem Standort zum nächsten transportiert, bis sie an der eigentlichen Produktionsstätte ankommen und verarbeitet werden können. Dort gibt es oft eine große Diskrepanz zwischen den vorherrschenden Arbeitsbedingungen und unseren Vorstellungen davon, wie und unter welchen Bedingungen und mit welchen Richtlinien produziert werden sollte!

Ein weiteres großes Problem sind die schadhaften Inhalts- und Zusatzstoffe, die in der Produktion zum Einsatz kommen. Sie stellen sowohl ein großes Gesundheitsrisiko für die Menschen in den Produktionsstätten dar, als auch eine große Gefahr für die Umwelt in Form von Abwasser- und Luftverschmutzung.

USE

Für die meisten Menschen ist der Weg, den ein Produkt durchlaufen hat, bis es letztlich im Verkauf landet zum größten Teil „unsichtbar“. Es bedarf doch einer erheblichen aktiven Hinterfragung und Recherche, um überhaupt an Informationen über die Herstellung, die Materialgewinnung oder auch Details zum Thema Inhalts- und Schadstoffe zu gelangen!

Aber nicht nur die fehlende Transparenz ist ein Problem. Auch die Art wie wir in der westlichen Welt mit Konsum und dem Kauf von neuen Produkten umgehen, ist mehr als fragwürdig. Alles ist zu jederzeit verfügbar und dann bitte so günstig wie möglich! Eine langfristige Nutzung ist dabei oft weder vom Konsumenten gewünscht, noch sind die Produkte darauf ausgelegt.

Die Bedienung schnelllebiger Trends, zum Beispiel in der Mode („Fastfashion“), führt zum Einsatz günstiger und häufig unzureichender Materialien oder auch zu einer qualitativ minderwertigen Fertigung, um Produktionskosten so gering wie möglich zu halten. Diese Faktoren verkürzen den Lebenszyklus unserer Konsumgüter erheblich.

Eine richtige Wertschätzung ist oft gar nicht vorhanden. Wie auch, wenn eine Reparatur oft teurer ist, als die Anschaffung eines neuen Produkts! Der Gang zur Mülltonne und somit die Entsorgung von bestehenden Produkten und Materialien ist so zu einer Selbstverständlichkeit geworden!

WAste

Die Müllberge, die täglich produziert werden, sind beachtlich. In den meisten Fällen wird noch ein gewisser Wert aus der Verbrennung dieses Abfalls gewonnen. Doch die meisten Materialien und auch die Energie, die während der Gewinnung und Herstellung in die Produkte gesteckt wurde, gehen zu 100% verloren!

Wir haben uns zu einer beispiellosen „Wegwerfgesellschaft“ entwickelt, die nach neuen, vermeintlich besseren Produkten strebt! Etwas wertzuschätzen, Dinge lange zu gebrauchen und zu nutzen, statt sie schnell zu verbrauchen, gehört derzeit nicht zu unseren Hauptanliegen!

Doch zum Glück gibt es seit einigen Jahren einige Gegenbewegungen! Reuse, Repair, Recycle, Sharing Economy, Circular Economy, Cradle to Cradle! Alles Begriffe und Philosophien, die den Gedanken des „Im Kreislauf bleiben“ beinhalten und leben!

IM KREISLAUF -
EIN GEDANKENSPIEL

MAKE - USE - RETURN - MAKE - USE - RETURN ...

Was wäre, wenn die schon im Umlauf befindlichen Ressourcen immer im Kreislauf verweilen würden und die Gewinnung von neuen Materialien nicht mehr erforderlich wäre? Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen auf unserem Planeten, die Abfall produzieren. Wir sollten uns vielleicht ein Beispiel an der Natur nehmen, die jegliche Form von „Abfall“ als neuen Nährstoff begreift und so ganz automatisch alles im Kreislauf behält!

Die Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) ist eine mögliche Lösung für all die Herausforderungen, denen wir uns in Zukunft in diesem Bereich stellen müssen! Die Umsetzung eines 100%igen Kreislaufs für alle Dinge liegt noch in weiter Ferne. Doch eine erhebliche Reduzierung der Abfallströme und auch eine mehrfache Wiederverwendung von Materialien ist durchaus denkbar und wird auch schon vielfach realisiert.

In Deutschland werden Rohstoffe, wie beispielsweise Glas, Papier, Metalle und Kunststoffe, die im Abfall anfallen, zu einem gewissen Teil wieder zurück gewonnen, um sie nochmal zu verwenden. Dies gelingt bei Glas und Papier durch die Vorsortierung des Verbrauchers ganz gut. Auch die Rückgewinnung mit Hilfe des Pfandsystems für Mehrwegflaschen ist hoch. Doch in anderen Bereichen besteht noch erheblicher Handlungsbedarf!

Durch neue Technologien, speziell im Bereich der Erkennung und Sortierung von Materialien, wie etwa von unterschiedlichen Kunststoffen, wird ein gewisser Anteil an wertvollen Stoffen wieder gewonnen und fließt zurück in die Produktion. Dabei handelt es sich meist um Verpackungen. Auch der Gesetzgeber hat die Notwendigkeit erkannt und fordert strengere Maßnahmen und größere Erfolge in der Rückgewinnung (Neues Verpackungsgesetz ab dem 1.1.2019).

Aber nicht nur beim Thema Verpackungen muss in Kreisläufen gedacht werden. Auch Produkte, deren „Lebenszyklus“ länger dauert, sollten in einem Kreislauf verweilen. Es muss sich in jedem Fall überall etwas ändern, damit wertvolle Materialien nicht direkt oder nach ein paar Runden auf der Deponie oder in der Verbrennungsanlage oder im schlimmsten Fall in der Umwelt landen.

UMDENKEN

Wir Menschen sollten den Planeten so behandeln und uns so benehmen, als ob wir planen zu bleiben!

Für eine Umstellung von einer linearen zu einer zirkulären Wirtschaft müssen viele unterschiedliche Bereiche zusammenarbeiten und aufeinander abgestimmt werden. Es reicht nicht einfach nur aus, die Materialien oder die Produktkonstruktion oder etwas am Herstellungsprozess zu verändern. Zu allererst muss ein Umdenken stattfinden. Es muss ein Bewusstsein für die Problematik entstehen. Nur so kann gezielt ein Plan und der Weg formuliert werden, wie man das Ziel erreichen kann.

Doch dieses Umdenken muß nicht nur bei den Produzenten und Designern, sondern auch in unserer gesamten Gesellschaft stattfinden. Es ist dringend erforderlich! In einigen Jahren werden wir auf wieder gewonnene Materialien aus dem Kreislauf angewiesen sein, da die Neugewinnung von Ressourcen (Virgin Materials) mit einem sehr viel höheren Aufwand und mehr Energie und somit höheren Kosten verbunden sein wird als bisher. Oder die Rohstoffe werden schlicht nicht mehr auf unserem Planeten natürlich vorhanden sein. Auch der Einsatz von erneuerbaren Energien im gesamten Prozess wird unumgänglich sein.

Doch nicht nur der ökonomische Aspekt spielt eine Rolle. Die Gewinnung von Rohstoffen weltweit belastet unseren Planeten schwer und auch die Arbeitsbedingungen vorort erfüllen bei weitem nicht die Sozialstandards unserer westlichen Welt.

Wir müssen deshalb vorne Anfangen. Bei der ersten Idee. Und alle Entscheidungen, die dann folgen, sollten das Ziel im Auge behalten. Zum Wohle der Menschen und folgenden Generationen und zum Wohle unseres gesamten Planeten!

MEIN WEG UND
DAS ZIEL MEINER ARBEIT

Das Prinzip einer nachhaltigen Gestaltung im Hinblick auf meine Arbeit als Designerin, verfolgt im Grunde ganz klare Ziele. Im Fokus stehen ein respektvoller und durchdachter Umgang und Einsatz, der uns zur Verfügung stehenden Ressourcen. Unter diesen Gesichtspunkten wähle ich alle Materialien aus, die ich in meinen Projekten und Aufträgen verarbeite. Dabei ist der Versuch, die eingesetzten Rohstoffe über den Lebenzyklus eines Produktes hinaus so im Kreislauf zu behalten, dass keine oder nur ein geringer Anteil an wertvollen Ressourcen verloren gehen, für mich ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Dieser Kreislaufprozess benötigt in vielen unterschiedlichen Bereichen weitsichtige Entscheidungen. Die starke Reduzierung und komplette Vermeidung von Materialien, die Schadstoffe enthalten, ist dabei unbedingt erforderlich. Ein nachhaltiger Kreislaufprozess kann nur durch eine Wiederaufarbeitung und Wiederverwendung von gesunden Materialien erfolgen. Außerdem ist für mich eine Reduzierung der Abfallströme innerhalb meiner Arbeitsabläufe und die Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien selbstverständlich.

Als kleines Unternehmen ist es manchmal nicht leicht, alle Ziele für jedes Projekt 100%ig zu erreichen. Aber es erst gar nicht zu versuchen, stellt für mich keine Option dar! Aus diesem Grund versuche ich im Rahmen meiner Möglichkeiten, die richtigen Entscheidungen an den richtigen Stellen zu treffen und Wege zu finden, meinen Zielen für eine nachhaltige Gestaltung so nahe wie möglich zu kommen.

Ich sehe mich als Designerin in der Verantwortung für die Zukunft zu gestalten und nicht nur kurzfristig für den nächsten Trend oder die nächste Saison zu entwerfen. Qualitativ hochwertige und langlebige Produkte und Ergebnisse, sowie natürliche und gesunde Materialien sind mir dabei genauso wichtig, wie die Regionalität im Hinblick auf Lieferanten und Partner.